Archiv | Religion und Medien RSS feed for this section

Indische Geistesgeschichte und Mediennutzung

18 Feb

Ab ca 1500 v. Chr.: Die Brahmanen, die Priesterkaste der arischen Stämme, die den indischen Subkontinent von Nordwesten her eroberten, tradierten ihre Gebete und Hymnen nur mündlich im Vedischen, während sich die Alltagssprache zum Sanskrit veränderte. Die Anliegen dieser Rituale waren diesseitige Ziele wie die Geburt von Söhnen und das Wachstum der Herden. Je mächtiger die Stämme wurden, desto ausgeprägter das Kastensystem, desto komplizierter und spezialisierter wurden die Rituale, die die Priester für die Familien machten. Die Brahmanen durchliefen eine lange Ausbildungszeit für die mündlichen Überlieferungen und Götterhymnen.

Konkurrenz gab es in der Asketenkultur, die sich mit Meditation, mit Fragen nach der Gesetzmäßigkeit der Abläufe innerhalb der Welt und der Befreiung davon beschäftigte. Weiterlesen

Wird Homer Simpson unser neuer Gott?

3 Sep

Homer Simpson als Gott. So sehen es jedenfalls schon die Anhänger des Homerismus. Hier wird Homer als ihr ,,ehrenwerter, allmächtiger, nichtswissender Gott“ dargestellt, der die Homeristen nach dem Tod in den Himmel bringt. Wenn diese aber noch voller Sünden sind, die sie noch nicht gebeichtet haben, dann schickt er sie wieder auf die Erde, damit sie nochmal leben müssen.


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Elfen, Umweltschutz und Synthesizer – Pagan Folk

3 Sep

Pagan Folk, was ist das eigentlich?“ Diese Frage stellte sich mir, nachdem ich auf einem Faun-Konzert war und dort gelernt hatte, das man deren Musikrichtung so bezeichnet. Also fragte ich meinen Freund, der ja selbst als Musiker in der Mittelalterszene unterwegs ist. Die Antwort meines Freundes fiel folgendermaßen aus: „Eso-Baumschmuser Mukke für Elfen die im Wald leben.“ Ahja, so ist das also…

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Die (Un-)Wahrheiten der Medien

11 Jul

oder: Wie man religiöse Minderheiten unterdrückt

Es scheint eine Gesetzmäßigkeit zu sein, dass sich jede Religion – besonders in ihrem Entstehungsstadium – heftigen Anfeindungen, Verfolgungen und Unterdrückungen ausgesetzt sieht.

Dies trifft auch auf die 1844 in Persien entstandene Bahá’í-Religion zu, die in der religionswissenschaftlichen Forschung als eigenständige Universalreligion den abrahamitischen Religionen zugeordnet wird. Die Verfolgungsgeschichte der Bahá’í im heutigen Iran beginnt bereits mit den frühesten Anfängen ihrer Religion. Bereits 1849/50 wurden in einem Demozid zahlreiche Anhänger des Báb („das Tor“) massakriert, einige Quellen sprechen von über 20.000. Báb selbst wurde 1850 öffentlich hingerichtet. Der Religionsstifter Bahá’u’lláh war bis zu seinem Lebensende im heutigen Israel ein Verbannter und Gefangener.

Auch heute noch werden die Bahá’í insbesondere im Iran verfolgt, gedemütigt und ihrer Rechte beraubt. Über die wahren Gründe dafür kann man nur spekulieren, wie etwa Moderator Steffen Seibert im ZDF heute journal vom 13.3.2009: „Sie [die Bahá’i] sind den Ayatollahs ein Dorn im Auge. […]Vielleicht weil ihr sanfter Glaube, der übrigens Männer und Frauen völlig gleichberechtigt sieht, für junge Iraner zunehmend attraktiv ist.“

Während die westlichen Medien von Menschenrechtsverletzungen und Appellen verschiedener Regierungen wie z.B. der deutschen und Organisationen wie Amnesty International an die iranische Regierung berichten, findet sich in der inländischen Presse ein ganz anderes Bild der Situation. Weiterlesen

I want to believe – Religion in der Mystery-Serie Akte X

12 Mai

„Es ging um den Glauben, nicht um Religion oder Katholizismus. Für mich ist eigentlich der Gedanke des Glaubens das Rückgrad der ganzen Serie – Glaube an unsere eigenen Überzeugungen, unsere Vorstellungen von der Wahrheit – und deshalb hat sie immer religiöse Untertöne.”

Diese Worte stammen von niemand geringerem als Chris Carter, dem Erfinder der kongenialen amerikanischen Mysteryserie The X-Files, die in Deutschland unter dem Titel Akte X bekannt ist. Weiterlesen