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Besuch der Moschee in München-Freimann

26 Okt

Am Freitag den 7. November hat eine Gruppe von Religionswissenschaftlern die Moschee in Freimann besucht. Nach einer Einführung in die Geschichte der Muslime in München und den Moscheebau vom Herrn Kalifa konnten wir anschließend an dem Freitagsgebet teilnehmen.


Die Geschichte der Muslime in München reicht bis ins 15. Jh. zurück. Damals zogen die Mauren (auch Morisken genannt), die muslimischen Araber aus Spanien waren, die im Zuge der dortigen Christianisierung vertrieben wurden, durch Mitteleuropa und führten auf den Marktplätzen ihre Tänze vor. Weiterlesen

Und was studierst du so?

3 Sep

Es ist Sonntag Nachmittag. Vor dem Gartenzaun eines gutbürgerlichen Einfamilienhauses im Münchner Stadtteil Giesing stehen einige Autos. Alles wirkt idyllisch, unauffällig und ruhig.

Im Inneren des Hauses jedoch geht die Post ab. Etwa dreißig Menschen tummeln sich im Raum, die Luft ist gefüllt vom schweren Duft der Patchouli-Räucherstäbchen. An der Wand ist ein farbenfroher Altar angebracht, vor welchem Opferschalen mit Essen stehen. Ein kahlköpfiger Mann schlägt eine exotisch aussehende Trommel, die anderen tanzen ausgelassen durch den Raum und singen voller Freude: „Hare Krishna, Hare Krishna, Hare Krishna Hare Hare….“

Mitten in dem Getümmel stehen drei junge Frauen mit Kamera, Block und Stift. Interessiert und fachmännisch begutachten sie das Geschehen und dokumentieren es in Schrift und Bild. Die drei Mädels sind Studierende der Religionswissenschaft bei ihrer Feldforschung.

„Ich studiere Religionswissenschaft.“
„Aha, also Theologie, oder?“
„Nein, Religionswissenschaft.“

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Das Experiment

15 Aug

Reportage über die Teilnahme an einem Heilungsverfahren/Versuchsperson bei der Heilerin

Interessiert hatte es mich schon immer, was es mit Geist- oder Paraheilen auf sich hat. Als ich mich jedoch bei meiner Professorin spontan als Probandin für ein Experiment bei der White Eagle Lodge meldete, wusste ich noch nicht, dass ich von einer Heilerin behandelt werden sollte.

Am Abend vor dem Termin filzte ich die Homepage der White Eagle Lodge.  Ein bisschen Ahnung, wo es da tags darauf hingehen sollte, wollte ich schließlich doch haben. Die Fotos der Zentren in den USA, die wie aus einem Science Fiction Film anmuteten, beeindruckten mich stark. Meine erste Imagination von weißem Adler mit dem Weißkopfadler als Wahrzeichen von den USA war doch nicht so falsch gewesen. White Eagle war nämlich ein Indianer, der sich durch sein Medium Grace Cooke bei den Menschen meldete. Unter dem Stichpunkt „Heilung“ finde ich den Hinweise, dass sie sich „als ausgesprochen wirkungsvoll erwiesen“ hätte.

So machte ich mich an einem Freitagmorgen im Oktober neugierig auf nach Germering. Weiterlesen

Kill me or kiss me – Wissenschaftliches Schreiben

11 Jul

Ein Sportler gewinnt eine Goldmedaille bei den Olympischen Spielen. Man bewundert sein Talent, aber Talent ist ja nicht alles. Man weiß, dass sich der Sportler jeden Tag aus dem Bett auf seine durchtrainierten Beine schwingt und wahrscheinlich schon auf dem Weg zum Training in einen anstrengenden, muskelaufbauenden Trab verfällt. Er schindet seinen Körper bis an die Grenzen, ernährt sich ausschließlich von Dinkelkleie, und das wahrscheinlich seit seinem 3 Lebensjahr. Für so viel Disziplin hat er eine Goldmedaille verdient, da ist man sich einig. Dem Sportler gebührt Anerkennung, weil er sein Privatleben gegen einen Powerriegel eingetauscht hat um alle vier Jahre im ZDF zu erfreuen.

Ein Wissenschaftler schreibt ein wissenschaftliches Werk, das genial und trotzdem lesbar ist. Es wird von C.H.Beck abgedruckt. Man bewundert sein Talent. Das ist erst mal alles.

Keiner weiß von den espressogetränkten Nächten. Von dem horrenden Umsatz, den Farber Castell mal wieder gemacht hat (der übrigens in keinem Verhältnis zu dem Umsatz des Wissenschaftlers steht). Von der schmerzhaften Ironie, wenn morgens der Kopf des verkaterten Mitbewohners immer noch leichter als die Weber-Gesamtausgabe und das eigene Herz ist. Weiterlesen

Berufsperspektive KIK (aber nicht der Textildiskont..)

8 Jun

Wie man es bereits in der ersten Ausgabe von Religioscienco lesen konnte, ist die Frage nach dem späteren Beruf, den ein/e frisch gebackene/r Religionswissenschaftler/in (M.A.) ergreifen kann, eine sehr zentrale. Für ihn selbst vielleicht nicht so sehr wie für Angehörige, Freunde oder auch Leute, die interessiert sind oder so tun. Die Antwort – hoffentlich eine befriedigende, unter der sich der Zuhörer etwas vorstellen kann – erleichtert die Zuordnung seitens des Fragestellenden. Man möchte ja gern in Kategorien denken.
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Und wie ist das bei euch so? – RW an anderen Unis

8 Jun

Laut http://www.religionswissenschaft.de gibt es unser Fach an siebzehn deutschen, einer österreichischen und sechs schweizer Universitäten. Was Selbstdarstellungen durch Studiengangsvertreter, Organisatorisches und Dozentenlebensläufe betrifft, so kann ein jeder über die obige Internetadresse auf die Homepages der zuständigen Fakultäten gelangen und selbst nachlesen.

Selbstverständlich sollte das dort zu Lesende bestmöglich mit dem wahren Geschehen an der Uni übereinstimmen, und doch wähle ich für diesen Artikel eine andere Sicht: Weiterlesen

Going Munich – Going Public

8 Jun

Das Schulprojekt als erster Schritt zu „Religionswissenschaft going public“


In der innerreligionswissenschaftlichen Debatte wird häufig der Vorwurf laut, Religionswissenschaftler würden viel zu wenig in der Öffentlichkeit wahrgenommen werden. Sobald Fernsehsendungen zu Themen ausgestrahlt werden, in die Religionen involviert sind, werden kaum Religionswissenschaftler zu solchen Formaten eingeladen, sondern, wenn überhaupt, Theologen. Weiterlesen