Zu Gast bei den Bahá’i

3 Sep

Bahá’u’lláh sagte einst:

„Es rühme sich nicht, wer sein Vaterland liebt, sondern wer die ganze Welt liebt. Die Erde ist nur ein Land, und alle Menschen sind seine Bürger.“

Dieses Zitat veranschaulicht die Grundeinstellung, die dem Besucher der Occurso-Veranstaltung „Zu Gast bei der Bahá’i Religion“ vermittelt wird. Im Vorraum findet sich zu allen möglichen Themen Infomaterial, das man sich mitnehmen darf. Es gibt auch Zeitschriften in Esperanto, einer Kunstsprache die ursprünglich geschaffen wurde, um die internationale Verständigung zu erleichtern.

Im Hauptraum fallen gleich die schön dekorierten Tische ins Auge, auf denen neben vielen Kerzen auch verschiedene Heilige Schriften wie die Bibel und der Koran ausgestellt sind. Wer einen ähnlichen Aufbau wie in Kirchen erwartet, wird jedoch enttäuscht. Es gibt keinen Altar, kein Zentrum, auf das sich alles ausrichtet.

Nach der Begrüßung lernen die Besucher etwas über den Religionsstifter Bahá’u’lláh. Er galt seinerzeit als weiser Ratgeber für Anhänger aller Religionen. Er wandte sich an die weltlichen Herrscher, um ein globales Bewusstsein zu prägen. Im Anschluss wurde ein Friedensgebet von Abdul Baha vorgelesen.

In der folgenden Fragerunde konnten sich die Teilnehmer ein genaueres Bild von Aufbau und Organisation der Religion machen. Die Bahà’i sind eine sehr demokratische Gemeinschaft, die die Gleichberechtigung von Mann und Frau verwirklicht. Im Mittelpunkt steht die Toleranz anderen gegenüber. So wird auch nicht Mission betrieben, sondern lediglich Zeugnis gegeben und über den eigenen Glaube informiert.

Auch auf die Trennung von Staat bzw. Politik und Religion wird streng geachtet. Es werden beispielsweise keine Spenden von Staat oder Firmen angenommen, die Gemeinschaft finanziert sich durch ihre Mitglieder. Immer wieder wird darauf hingewiesen, dass sich ein Bahá’i als Weltbürger sieht. Bei einer Runde Kaffee und Kekse kamen dann die Teilnehmer mit den Bahá’is und untereinander ins Gespräch.

Auch wenn es sich bei der Bahá’i Religion momentan um eine recht kleine Gemeinschaft handelt, die weltweit ca. 6 Millionen, in München ca. 100 Mitglieder zählt, hat sie universalen Anspruch und zählt (sich) zu den Weltreligionen. Ihre weltoffene Art und die Toleranz, die sie den anderen Glaubensrichtungen entgegen bringt macht sie zu einer attraktiven Religion, mit der man in Zukunft zu rechnen hat.

KIM BURGER

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