Die Münchner Religionswissenschaft stellt sich vor

8 Jun

Sieht man sich die Statistiken der Studentenzahlen des Studiengangs Religionswissenschaft der LMU München an, fällt auf, dass in dem zehnjährigen Bestehen des Studiengangs die Zahl der Immatrikulierten (sowohl im Haupt- als auch im Nebenfach) von 0 auf nahezu 600 (im Sommer 2007) gestiegen ist. Diese Form des intefakultären Studiums erfreut sich offensichtlich einer immer größeren Beliebtheit unter den Studienanfängern.

Die Religionswissenschaft in München ist ein interfakultärer Studiengang der Evangelisch-Theologischen Fakultät und der  Fakultät für Philosophie, Wissenschaftstheorie und Religionswissenschaft. Den ersten Lehrstuhl hat Prof. Dr. Michael von Brück inne, dessen Schwerpunkte mitunter auf Hinduismus, Buddhismus und der Hermeneutik des interreligiöse Dialogs liegen (Was den zweiten Lehrstuhl betrifft, so gibt es hier eine stark wechselhafte Besetzung..)

Durch die Vernetzung mit anderen Studiengängen, z.B. Sprach-, Kultur- und Gesellschaftswissenschaften, wird den Studenten ein größtmögliches interdisziplinäres Lehrangebot gewährleistet. Verbindungen bestehen jedoch auch außerhalb der Universität, beispielsweise mit dem Staatlichen Museum für Völkerkunde und dem Goethe-Institut.
Erste und beliebte Anlaufstelle für Studenten sind die beiden Sekretärinnen Frau Pöhlmann und Frau Dreier.

Ziel dieser interfakultären Ausrichtung ist eine Religionswissenschaft, die die  sozialen, individuellen, wirtschaftlichen, politischen und ästhetischen Aspekte der Religionen und weltanschaulichen Sinn- und Deutungssysteme kuturwissenschaftlich erarbeitet. Dadurch wird den Studenten ermöglicht, Fach- und Denkgrenzen zu durchbrechen und durch das spezielle Fachwissen unterschiedlicher Disziplinen einen Gesamtblick auf den Forschungsgegenstand zu erhalten. Dies bietet außerdem die Möglichkeit einer großen Variabilität bei der Wahl des Studien- und Forschungsschwerpunkts.

Den Studierenden sollen grundlegende Kenntnisse über Tradition und Geschichte der Religionen und ihre Einbettung in Kultur und Gesellschaft vermittelt werden. Ein zentraler Aspekt hierbei ist die Reflexion der eigenen Theorie- und Wissenschaftsgeschichte, da dies essentiell für das Verständnis der eigenen Subjektivität im Hinblick auf die Wahrnehmung fremder Kulturen ist.
Lernziele des Studiums sind die Aneignung religionswissenschaftlicher Kompetenzen, die den Studierenden in die Lage versetzen,  die Rolle des Religiösen in sozialen Prozessen zu erkennen, zu analysieren, zu beschreiben und zu erklären, wofür auch empirische Fähigkeiten nötig sind.
Um sich der eigenen kulturellne Prägung bewusst zu werden und sie zumindest teilweise aufzulockern wird von den Hauptfachstudenten erwartet, eine außereuropäische Quellensprache zu erlernen.

Während des Studiums kommen die Studenten mit medialen Ausdrucksformen von Religionen in Kontakt, deren Erkennung und Deutung hermeneutische Kompetenzen verlangt. Die interdisziplinäre Kompetenz wird ab dem Grundkurs in Form von vernetzten Denken eingeübt und gefordert.

Zu guter Letzt werden die Studenten m it interkulturellen und sozialen Kompetenzen ausgestattet, die ihnen einen krisch wertfreien Umgang mit Strukturen des Fremden ermöglichen. Dies geschieht z.B. durch das in München entwickelte Planspiel „interreligiöse Kompetenz“ und die Praxis der religionswissenschaftlichen Arbeit. So können Austausch-, Verstehens- und Verständigungsprozesse in die Wege geleitet werden.

Um die vielfältigen Fähigkeiten zu erlangen empfiehlt es sich, ebenfalls Veranstaltung zur Aneingung von Schlüsselqualifikationen zu besuchen, wie z.B. Vernetztes Denken und wissenschaftliches Arbeite, Ausdrucksfähigkeit und Kommunikationskompetenz sowie interkulturelle Kompetenz. Zusätzlich ist es lohnenswert, Auslandserfahrungen z.B. im Rahmen des Erasmus-Programms zu sammeln. Partnerschaften pflegt unser Studiengang mit der University of Rome und der Universität Zürich.

Aktuelle Forschungsprojekte befassen sich mit folgenden Themen:
●    Religionstheorien im Kontext wissenschaftlichlicher Diskurse
●    Religionsökonomie
●    Religionsästhetik
●    Religion und Literatur
●    Religionssomatik
●    Religion und Medizin – Religion und Heilung
●    Religionswissenschaft – ganz praktisch
●    Going public
●    Schulprojekt: „Religionen in München“ (s. S…..)

Für viele stellt sich natürlich die Frage, welche beruflichen Perspektiven man denn nun mit seinem Studium hat. Auch wenn eine pauschale Antwort hierauf nicht möglich ist, eröffnen sich dem Absolventen vor allem in den Bereichen Sozial- und Entwicklungsarbeit, Behörden und Polizei, mediatorische Tätigkeit, Öffentlichkeitsarbeit und Medien, (Erwachsenen-)Bildung, Unterrichtsmaterialien, Verlagstätigkeit, Kulturmanagement und Tourismus Erwerbsmöglichkeiten.

KIM BURGER und MIRIAM TRESCHER

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